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Autor Thema: Arctic Cooling Accelero S1 / S2 / Turbo Module  (Gelesen 5733 mal)

Fabian Erdmann

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Arctic Cooling Accelero S1 / S2 / Turbo Module
« am: 03. Juli 2007, 21:59 »
Einleitung
Wer einen wirklich lautlosen PC betreiben möchte weiss es geht nur ohne Lüfter. Die CPU passiv zu kühlen gestaltet sich dabei noch recht einfach, sind hier die gängigen Passivkühler doch teilweise noch recht günstig und dennoch leistungsfähig, zumal in Zeiten von Intels Core 2 Duo oder AMDs Energy Efficient-Prozessoren die produzierte Abwärme ohnehin nur noch sehr gering ist. Schwieriger wird es da bei Netzteilen, die passiv gekühlt sehr hohe Anschaffungskosten verursachen - oder eben bei der Grafikkarte. Möchte man hier die nicht selten sehr lauten Standardkühler durch ein passives Modell ersetzen muss man schon relativ tief in die Tasche greifen. Besonders bei Modellen für die Riege der Highend-Grafikkarten findet man kaum Passivkühler die einen halbwegs akzeptablen Preis haben.
So hat man sich dieser Tage im renommierten Hause Arctic Cooling - bekannt für günstige und dennoch leistungsfähige Kühllösungen - angeschickt einen preiswerten Passivkühler auf den Markt zu bringen der selbst die Topmodelle auf dem Grafikkartenmarkt ausreichend zu kühlen vermag. Heraus kam dabei der Accelero S1 für Highendkarten sowie der Accelero S2 für Midrangekarten.
Doch damit nicht genug, so entwickelte Arctic Cooling das Turbo Module mit dem man als Aufsatzsystem zwei absolut silenttaugliche Lüfter für beide Kühler hat.
All dies haben wir uns einmal näher angeschaut und am Beispiel des Accelero S1 inklusive des Turbo Module in der Leistungsfähigkeit getestet. Als Testbasis diente uns dabei eine ATi X1950 XTX für die Leistungstests sowie die kleinere Schwester ATi X1950 XT.

Vielen Dank an
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Verpackung und Lieferumfang
Accelero S1 / S2:
  • Kühler
  • Schrauben und Halteklammern
  • Slotblech mit Lüftungsöffnungen
  • Speicherkühler zum Aufkleben
  • nur S1: Kühler für Spannungswandler (Standard und Kühlblech für ATi X1950 Pro)
  • Case-Sticker und Montageanleitung

Turbo Module:
  • Lüfter
  • Stromadapter
  • Case-Sticker und Anleitung


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Technische Daten
Accelero S1/S2:
  • Kompatibilität Accelero S1: ATi Radeon X1950, X1900, X1800; nVidia GeForce 7950, 7900, 7800, 6800
  • Kompatibilität Accelero S2: ATi Radeon X1650, X1600, X1550, X1300, X1050, X8xx, X700, X600, X550, X300, 9xxx; nVidia GeForce 7600, 7300, 6600, FX 5950, 5900, 5700 (Ultra), 5600, 5500, 5200, GeForce 4 TI, MX
  • Gewicht Accelero S1: 290g
  • Gewicht Accelero S2: 202g
  • Größe Accelero S1: 140x215x32mm (LxBxH)
  • Größe Accelero S2: 140x188x32mm (LxBxH)
  • Material: Aluminium, Kupfer, Kunststoff

Turbo Module:
  • Größe Lüfter: 80x80x15mm je Lüfter
  • Lüftergeschwindigkeit: 1500 U/min
  • Gewicht: 35g je Lüfter
  • Stromanschluß: 3 Pin und 4 Pin-Molexadapter


Der Accelero S1/S2 im Detail
Die Verarbeitung der Kühler kann man durchaus als gut bezeichnen, auffällig war nur dass die dünnen Kühlrippen teilweise etwas krumm waren, wie man auf einigen Bildern sehen kann. Doch lassen sich diese recht schnell begradigen, ergo ein kleiner optischer Mangel der aber im Angesicht des geringen Preises für die beiden Kühler durchaus zu verschmerzen ist. Ansonsten gefällt der Accelero S recht gut, er sieht einfach, schlicht und funktionell aus.

Accelero S1:
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Accelero S2:
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Details:
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Accelero S1 und S2 im Vergleich, Slotblech, Speicher- und Spannungswanderkühler


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Kühlblech für Spannungswandler ATi X1950 Pro, Kühler Spannungswandler im Vergleich zu Originalkühler X1950 XT


Montage
Die Montage des Accelero ist denkbar einfach: Zunächst schraubt man den originalen Kühler ab. Bei einigen Modellen von ATi wie zum Beispiel der X1800- und X1900-Reihe muss zusätzlich noch der originale Spannungswandlerkühler abgenommen werden, was durch einfaches Durchkneifen beziehungsweise Zusammenklemmen und Abziehen der Kunststoffklammern geschieht.
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links ATi X1950 XT und demontierter Kühler und ganz rechts ATi X1950 XTX für unseren Leistungstest
Nun werden die acht mitgelieferten RAM-Kühler aufgeklebt. Hierbei müssen wir erwähnen dass der in unserem Fall verwendete Wärmeleitkleber äußerst bescheiden verarbeitet war. Einerseits hielten einige Kühlkörper nicht und andererseits war der Kleber nur sehr schlecht verteilt wie auch im Bild zu sehen ist.
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Auf Nachfrage bei Arctic Cooling teilte man uns mit, dass dieser Wärmeleitkleber nun geändert worden wäre und man diese Probleme somit nicht mehr hätte.
Bei den betreffenden ATi-Modellen wird nun noch der Kühler für die Spannungswandler aufgeschraubt.
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Gilt es zu kühlen: Grafikprozessor links und rechts Grafikspeicher und (grünlich schimmernd) Spannungswandler
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Der montierte Kühler für die Spannungswandler und RAM-Kühler
Nun setzt man den Kühler vorsichtig auf die GPU und richtet ihn aus - ein Auftragen von Wärmeleitpaste ist bei Erstmontage nicht nötig da bereits Paste ab Werk aufgetragen ist - um anschließend den Kühler mittels mitgelieferter Schrauben einschließlich Unterlegscheiben behutsam über Kreuz anzuschrauben. Zu guter Letzt werden noch die beiden Kunststoffklammern angesetzt und zusammengesteckt. Diese bringen die nötige Sicherheit um zu verhindern dass der Kühler beim Handwerken verbogen wird und dadurch die GPU möglicherweise beschädigt wird.

Der montierte Kühler:
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Ebenso simpel wie schnell geht die Montage des Turbo Module von der Hand. Die beiden Lüfter werden einfach aufgeclipt. Dabei hat man auch im Rahmen der Kabellänge Handlungsfreiheit, so dass man frei wählen kann wo man die Lüfter aufsteckt. Sinnigerweise bietet sich natürlich an, dass einer der Lüfter direkt auf den Kühler der Spannungswandler bläst. Die Kabel sollten dann noch zwischen die Kühlrippen gesteckt werden, sonst berühren diese die Lüfter.
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Kühlleistung
Nun waren wir gespannt: Wie schlägt sich der Accelero S1? Dazu haben wir die Karte mit mehreren Durchläufen im "Mother Nature"-Thread aus der 3DMark03-Suite belastet und dabei mittels RivaTuner die Temperaturen messen lassen. Anschließend wurden noch eine halbe Stunde lang die Temperaturen im Leerlauf gemessen. Das haben wir zunächst einmal mit dem Referenzkühler der ATi X1950 XTX gemacht und mit dem Accelero S1 wobei einmal im Passiv-Betrieb gemessen wurde sowie mit Lüfterbetrieb des Turbo Module auf 12V und 5V.
Getestet wurde dabei im Spire SwordFin-Gehäuse, das wir kürzlich im Review hatten. Dabei liefen beide 120mm-Gehäuselüfter auf niedrigsten Drehzahlen mit 5V-Spannung. Das Netzteil liefert auch nur eine geringe Wärmeabfuhr da bei dem von uns verwendeten Enermax Infiniti der Lüfter nur äußerst langsam dreht.

Achtung: Arctic Cooling warnt davor keine Gehäuselüfter zu verwenden. Man empfiehlt sogar dass alle verwendeten Lüfter die Luft aus dem Gehäuse ziehen um einen Unterdruck zu erzeugen. Dadurch kann per mitgelieferten Slotblech optimalerweise die angesaugte Luft über den Kühler ziehen.
Wir sind hiervon abgegangen und haben die Gehäuselüfter erstens mit niedrigster Drehzahl betrieben und den Frontlüfter in das Gehäuse hineinblasen lassen. Somit wollten wir die Bedingungen eines üblichen Silent-Systems für den Test verwenden.

Kommen wir zum Ergebnis:

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Die Kühlleistung hat uns sehr erstaunt. So erreichte unsere Grafikkarte im Passiv-Betrieb Temperaturen die unter Last auf gleichem Niveau des lauten Referenzkühlers liegen und im Lüfterbetrieb gar derart niedrige Temperaturen anlagen die gar Potential für Overclocking ermöglichen. Die Temperaturen im Leerlauf lagen gar durch die Bank unter deren des Referenzkühlers.

Lautstärke
Ein fragwürdiges Thema in Anbetracht dass man mit dem Turbo Module einen Passiv-Kühler wieder Laustärke gibt. Allerdings erzeugen die beiden kleinen 80er-Lüfter keinerlei nennenswerte Lautstärke, so dass der Betrieb mit Turbo Module selbst für eingefleischte Passiv-Freaks interessant sein sollte. Selbst auf 12 V laufen die Lüfter nur mit 1500 U/min und sind dadurch wirklich silent.

Fazit
Mal wieder typisch für Arctic Cooling - kann man doch für knapp über 10 Euro einen sehr guten Kühler kaufen. Das Turbo Module ist derzeit ebenfalls schon ab etwa 10 Euro erhältlich, so kann man sich für etwa 20-30 € schon einen absolut silenttauglichen Grafikkartenkühler zusammenstellen.
Bedenkt man einmal dass Accelero S1/S2 als auch das Turbo Module recht frisch auf dem Markt ist werden die Preise noch sinken. Beim Turbo Module gehen wir gar von einem Preis aus der sich zwischen 6-8€ einpendeln wird in den nächsten Wochen. Auch überlegt man bei Arctic Cooling Kühler einschließlich Turbo Module als Set auf den Markt zu bringen was einen erheblich geringeren Preis ermöglicht.
Zwar ist die Verarbeitung (krumme Kühlrippen) und die Optik nicht besonders gelungen aber vollkommen in Ordnung für den geringen Preis. Die Kühlleistung ist dagegen mehr als überzeugend - vielleicht sollte gar der eingesessene Passiv-Gegner mal einen Blick riskieren.
Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: Leider ist der Accelero in der Form nur bedingt für ein Crossfire- oder SLI-System tauglich. Denn die eng angrenzende Schwesterkarte würde der Karte im ersten PCIe-Slot die Atemluft rauben - der Kühler würde im Hitzestau liegen. Eine Möglichkeit dies zu lösen wäre eine Version des Accelero bei dem der Kühlkörper über Heatpipes auf die Rückseite der Grafikkarte geleitet wird. Doch hat man sich bei Thermalright das beim Konkurrenzmodell HR-03 verwendete System patentieren und exklusiv sichern lassen.
Alles in allem verdient der Arctic Cooling Accelero S1/2 einschließlich dem Turbo Module mit Empfehlung unseren Preis-/Leistungs-Award.

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Pro
  • Kühlleistung
  • Silenttauglichkeit Turbo Module
  • Preis
  • einfache Montage


Contra
  • teilweise leicht krumme Kühlrippen
  • schlechter Wärmeleitkleber der Speicherkühler



Preissuche Accelero S1
Preissuche Accelero S2
Preissuche Turbo Module

Produktseite Arctic Cooling Accelero S1 / Accelero S2 / Turbo Module
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