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Autor Thema: Aquacomputer Aquaduct 360XT (externe Wasserkühlung)  (Gelesen 4302 mal)

Manuel Bäuerle

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Aquacomputer Aquaduct 360XT (externe Wasserkühlung)
« am: 19. August 2007, 17:08 »
Einleitung
Auf der Suche nach einer leistungsfähigen und gleichzeitig leisen Kühlung für die PC-Komponenten, stößt man nach kurzer Zeit auch auf die Wasserkühlung. Diese ist bei geringerer Lautstärke gleichzeitig leistungsfähiger als die konventionelle Luftkühlung, bringt aber auch so manche Nachteile mit sich. Erstens werden viele Anwender von der Tatsache abgeschreckt, dass hierbei quasi Wasser und Elektronik zusammenkommen, was ja garnicht gut gehen kann. Zweitens stößt man bei der Unterbringung der Wasserkühlkomponenten auf Probleme, da man ja neben den Kühlern selbst auch noch Pumpe sowie Radiator und Ausgleichsbehälter im bzw. am Gehäuse unterbringen muss. Da jedoch die meisten Anwender nichts am Gehäuse modifizieren möchten, verschwindet die Wasserkühlung bald wieder aus dem Gedankengang. Zu unrecht!
An diesem Punkt setzt die Firma Aquacomputer aus Göttingen mit ihrem neuesten externen Wasserkühlungssystem, dem Aquaduct 360XT an. Das Problem mit dem "Wasser an der Elektronik" kann man natürlich nicht umgehen, aber dafür braucht sich der Käufer keinerlei Gedanken über Platzprobleme machen, denn das Aquaduct kann extern an einem beliebigen Platz aufgestellt werden, lediglich zwei Schläuche und eine Slotblende verbleiben im PC.
Wie sich das Aquaduct 360XT gegen eine konventionelle High-End-Wasserkühlung schlägt und wie benutzerfreundlich die Installation und Bedienung gestaltet sind, erfahren Sie im Folgenden.

Vielen Dank an
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Aquaduct 360XT - Die Wasserkühlung im Detail
Mit dem Aquaduct 360XT stellt Aquacomputer ihre bislang leistungsfähigste und durchdachteste externe Wasserkühllösung vor. Die größte Besonderheit des Aquaduct ist die integrierte Computersteuerung, die es dem Anwender erlaubt, jegliche Parameter der Kühlung an seine Wünsche anzupassen. Hierbei setzt Aquacomputer auf eine modifizierte Version ihres Aquaeros und eine optisch deutlich aufgewertete Version der Aquasuite Software. Im Aquaduct sind ein Tripleradiator (Airplex Pro 360) samt drei 120mm Lüftern (Airstream 120er), ein Ausgleichsbehälter, Temperatursensoren sowie ein Durchflussmesser und eine microcomputergesteuerte Pumpe in einem qualitativ überragenden, optisch sehr ansprechenden Gehäuse vereint.

Features und technische Daten
  • Radiator: airplex pro 360
  • Lüfter: airstream 120mm, temperaturabhängige oder manuelle Drehzahlregelung möglich
  • Pumpe: 12V, mikroprozessorgesteuert mit einstellbarer Leistung und Überwachungsfunktion
  • Steuerung: Standalone-Steuerung mit blau/weißem LC-Display. USB-Verbindung zum PC möglich.



Verpackung / Lieferumfang
Das Aquaduct wird in einem bräunlichen Karton zum Käufer geschickt, auf welchem der Produktname sowie einige Informationen über das Aquaduct aufgedruckt sind. Es ist vor Transportschäden gut geschützt und erreichte uns ohne Beschädigungen o.ä.
Nach dem Öffnen des Kartons kommt das Aquaduct selbst, sowie ein weiterer Karton mit dem Zubehör zum Vorschein. Des Weiteren findet man einen Hinweiszettel, der nochmals auf wichtige Schritte vor und nach der Installation hinweist. Die Anleitung ist in Farbe und mit vielen Bildern illustriert und sehr gut verständlich. Zudem wird erneut auf mögliche Probleme hingewiesen und vor unsachgemäßer Inbetriebnahme gewarnt. Dank der guten Anleitung eignet sich das Aquaduct auch für einen Wasserkühlungsneuling.

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Lieferumfang
  • aquaduct 360 XT externe Wasserkühlung komplett montiert
  • PCIe-Slotblende mit Platine
  • Verbindungskabel aquaduct zu Slotblende (Länge ca. 2 m)
  • USB-Anschlußkabel (Länge ca. 2 m)
  • plug&cool-Schlauch Vor- und Rücklauf (Länge je ca. 2 m)
  • ACfluid (50 ml)


Erscheinungsbild / Impressionen
Auffällig ist gleich zu Beginn die schiere Größe und das hohe Gewicht des Aquaduct. Das Äußere wirkt sehr edel und ist hochwertig verarbeitet, es kommen nur feinste Materialien zum Einsatz. Das Aquaero ist dezent in die Front integriert, die Lüfter sind hinter einer edlen Lüfterblende versteckt und die Oberseite ist mit einem transparenten Plexiglasdeckel verschlossen. Ein gelaserter "Aquaduct" Schriftzug ziert den unteren Bereich, in dem sich auch die Pumpe befindet. Die Anschlüsse incl. Kugelhähnen sind an der Unterseite angebracht. Das Aquaduct ist auch gleichzeitig der Ausgleichsbehälter. Das Wasser wird in das von vorn rechte Aluprofil eingelassen und fließt dann durch den Wakü-Kreislauf wieder zurück ins Aquaduct, wo es in das linke Aluprofil gelangt und über einen Steg an der Oberseite auf die rechte Seite zurückfließt. Dabei entsteht ein toller Effekt, der durch den Plexideckel einsehbar ist. Die Aluprofile dienen auch als Passivradiatoren, wenn das Wasser nur schwach erwärmt wird. Da das Aquaduct optisch sehr edel wirkt, bietet sich eine Installation gut sichtbar neben dem PC oder sogar auf dem Tisch an, die beigelegten Schläuche sind auf jeden Fall lang genug.

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Verarbeitung
Die Verarbeitung des Aquaduct ist tadellos. Nur feinste Materialien und ein optisch sehr edles Finish runden das Gesamtbild ab. Hier sucht man vergeblich nach Schwachstellen. Einzig der etwas schwergänige Plexideckel auf der Oberseite könnte Anlass für Kritik sein, aber da er das Aquaduct schließlich dichthalten soll, schadet die enge Passform nicht.

Die Computersteuerung
Die wohl größte Innovation bietet Aquacomputer mit der Integration der Aquaero-Wasserkühlungskontrolle. Hier setzt sich das Aquaduct maßgeblich von der Konkurrenz ab, denn deren Kühllösungen beschränken sich auf das "Kühlen und Pumpen".
Das Aquaduct kann entweder direkt über die drei Knöpfe am Aquaero oder, was sich als wesentlich komfortabler und auch edler herausstellte, über die beigelegte Aquasuite direkt im Windows gesteuert werden. Zu Beginn wird man schier von der Fülle an Steuerungsmöglichkeiten erschlagen, aber dank der sehr intuitiven und selbsterklärenden Software hat man schnell einen guten Überblick. Das Aquaduct ist mit vier Temperatursensoren ausgestattet. Jeweils einer ist am Ein- bzw. Ausgang des Aquaductes angebracht und misst die Wassertemperaturen, die beiden anderen Sensoren messen die Temperatur der ein- bzw. ausströmenden Luft am Radiator selbst. Zudem verfügt das Aquaduct über einen integrierten Durchflussmesser. In der Aquasuite lassen sich die Lüfter einzeln ansteuern und nach Userwunsch regeln. Neben der konventionellen Regelung nach Leistung oder Drehzahl (über Spannungsveränderung) lassen sich die Lüfter noch vollautomatisch auf die Sensorwerte einstellen. So kann der User beispielsweise einstellen, dass die Lüfter bei einer Wassertemperatur von 30°C langsam anlaufen, bei 35°C auf Volllast gehen und bei unter 30°C wieder ausgeschaltet werden. Das Aquaero regelt nun die Lüfter nach diesen Parametern ohne ein Dazutun des Anwenders. Ebenfalls ist es möglich, direkt eine Wassertemperatur vorzugeben, die das Aquaduct dann zu halten versucht. Gibt man z.B. 35°C als Zieltemperatur vor, dann regelt das Aquaero die Lüfter so, dass die Kühlleistung ausreicht, um die gewünschte Temperatur zu halten. Je höher die gewählte Temperatur ist, desto seltener laufen die Lüfter an. Bei Komponenten mit geringer Verlustleistung wäre auch ein Passivbetrieb denkbar. Doch nicht nur die Lüfter lassen sich regeln. Im Aquaduct ist eine Miniversion der bekannten Aquastream-Pumpe verbaut. Man kann die Pumpenfrequenz anpassen und so den Durchfluss erhöhen. Ebenfalls lässt sich ein Entlüftungsmodus einstellen, welcher besonders direkt nach der Installation des Aquaduct für eine schnelle Entlüftung des Kreislaufes sorgt. Aber das war noch nicht alles. Auch der Füllstand des Aquaduct kann ausgelesen werden und zwei im oberen Teil verbaute LED geben optisch Aufschluss über die herrschende Wassertemperatur. Ein weiteres, eher nett gemeintes Feature ist die Leistungsmessung. Hier verwendet das Aquaero die Werte der Temperatursensoren und den ermittelten Durchfluss, um einen Schätzwert der abgegebenen Wärmeleistung der Komponenten an das Wasser sowie des Radiators an die Umgebungsluft zu ermitteln. Die Werte sind aber eher gut gemeint als wirklich brauchbar, denn selbst unter Volllast lag die Angabe der Wärmeabgabe an das Wasser bei ca. 200W, was ein viel zu geringer Wert ist und die Wärmeleistungsabgabe des Radiators an die Luft lag bei über 500W, was mehr ist, als das ganze System aus dem Stromnetz aufnimmt.
Alles in allem kann man aber sagen, dass das Aquaduct einem mehr als genug Möglichkeiten zur Steuerung der Wasserkühlung bietet und dabei allen Konkurrenzprodukten meilenweit voraus ist. Zudem gestaltet sich die Steuerung kinderleicht und übersichtlich und hat daher unser volles Lob verdient.

Inbetriebnahme und Testdurchlauf
Die Inbetriebnahme des Aquaduct gestaltet sich sehr einfach. Die Anleitung ist sehr gut und ausführlich und weist auf alle möglichen Probleme hin. Vor dem Aufstellen des Aquaduct werden die Kugelhähne auf der Unterseite geschlossen. Dann schraubt man die beigelegten plug&cool Anschlüsse in die Gewinde und montiert die Blende in einen freien Slotplatz im Gehäuse. Anschließend verbindet man die Schläuche mit den Kühlern im PC und schließt den Kreislauf. Nach dem Anschluss des Aquaduct an einen internen USB-Port und dem Verbinden des Stromsteckers, kann an der Oberseite Wasser eingefüllt werden. Das Wasser wird zuvor mit dem beigelegten AC-Fluid Korrosionsschutz vermischt. Nach dem Befüllen schaltet man das Aquaduct per beigelgtem ATX-Überbrückungsstecker ein und wählt den Entlüftungsmodus der Pumpe. Dann füllt man solange Wasser auf, bis der Füllstandsmesser auf "voll" geht und schüttelt das Aquaduct noch einige Male, um die letzten Luftblasen zu entfernen.  

Testsystem (Computerhardware)
CPU: Intel Pentium D 945 @ 4,5GHz @ 1,5v
Motherboard: Asus P5W64 WS Pro
Ram: 2x1GB Crucial BallistiX
Grafikkarte: Point Of View GeForce 8800GTX
Netzteil: Thermaltake Toughpower 750W CM
Betriebssystem: Windows XP SP2

Wasserkühlung(Aquaduct): Aquaduct 360XT, 1A SL2 CPU Kühler, AquagraFX G80 GPU-Kühler, MIPS und AnFi-Tech Motherboardkühler

Wasserkühlung(Custom Wakü): Watercool HTSF Triple Radiator, Cape Coolplex AGB, Laing "Ultra" Pumpe, Digmesa DFM, 1A SL2 CPU Kühler, AquagraFX G80 GPU-Kühler, MIPS und AnFi-Tech Motherboardkühler

Testhergang
Das Aquaduct wurde entlüftet und die Pumpenfrequenz wurde auf die Maximaleinstellung von 74Hz eingestellt. Verwendet wurde immer 11/8er Tygon Schlauch mit Schraubanschlüssen. Nach dem Einschalten wurde das System so lange in Ruhe gelassen, bis sich die Wassertemperaturen eingependelt hatten. Dann folgte ein erster Lasttest mit zwei Instanzen Prime95, dann ein weiterer Test mit zwei Instanzen Prime95 sowie dem "RTHDRIBL" Tool zum Auslasten der Grafikkarte. Danach wurde das System wieder in den Idle-Zustand versetzt. Diese Messungen wurden einmal mit 600U/Min Lüfterdrehzahl und einmal mit 1200U/Min Lüfterdrehzahl vorgenommen.
Bei der Custom-Wakü wurde der Kreislauf ebenfalls entlüftet und die Pumpe mit voller Leistung betrieben. Alle Tests liefen gleich ab wie beim Aquaduct, die Kühler wurden nicht demontiert o.ä. um eine gute Vergleichbarkeit zu garantieren.

Testergebnisse

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Fazit-Testergebnisse
Das Aquaduct überzeugte durch eine gute Kühlleistung, die nur knapp unter den Werten der Custom-Wakü anzusiedeln ist und selbst für einen aktuellen High-End-PC mehr als ausreichend ist. Auch bei geringen Drehzahlen liefert das Aquaduct noch genügend Potenzial für eine hohe Übertaktung der Komponenten. Allerdings war ein Passivbetrieb bei unserem Testsystem nicht mehr möglich, durch die hohen Temperaturen kam es zu Abstürzen. Bei Systemen mit weniger Verlustleistung sollte aber auch ein vollständig passiver Betrieb möglich sein, den wir jedoch für eher sinnlos empfinden würden, da die Lüfter selbst bei 600U/min fast nicht mehr zu hören sind. Der einzige Kritikpunkt im Test war der geringe Durchfluss bei der standard Pumpenfrequenz von 49Hz. Hier kamen nur magere 35l/h zu Stande. Bei 74Hz lag der Durchfluss schon im Bereich um 70l/h und damit recht gut. Im Vergleich zur sehr starken Laing DDC1+T Pumpe in der Custom-Wakü ist aber auch dieser Wert sehr gering, hier wurden ca. 140l/h erreicht.

Fazit
Das Aquaduct hinterließ einen sehr guten Eindruck im Test. Die Verarbeitung, die Optik, die Haptik sowie das Gesamtbild konnten überzeugen. Die Kühlleistung liegt auf einem hohen Niveau und braucht sich nicht zu verstecken, die Einstell- und Überwachungsmöglichkeiten sind unübertroffen und sonst bei keinem Konkurrenten zu finden. Doch auch für Anfänger ist das Aquaduct voll zu empfehlen, denn die Software ist selbsterklärend, die Bedienungsanleitung sehr ausführlich und gut verständlich geschrieben und der Aufbau wirklich kinderleicht. Aquacomputer bietet im Supportbereich sogar ein kleines Video-Tutorial zum Aufbau und der Inbetriebnahme an -> klasse!
In Sachen Lautstärke jedoch muss Kritik angebracht werden. Zwar arbeiten die Lüfter sehr leise, bei 600U/min sind sie wirklich kaum noch wahrnehmbar und selbst auf Volllast stören sie nicht, doch die Pumpe ist permanent wahrnehmbar. Je nach eingestellter Frequenz ändert sich das Geräusch, verschwunden ist es leider nie. Wenn man die Lüfter auf 600U/min hat und das Zimmer betritt, fällt einem zuerst das brummen / zirpen der Pumpe auf, nicht aber die Lüfter. Hier sollte Aquacomputer die Entkopplung und Dämmung der Pumpe nochmals überarbeiten. Ebenfalls negativ fiel die Leistung der Pumpe bei geringer Frequenz auf. In sehr restriktiven Kreisläufen sollte diese erhöht werden, um eine optimale Kühlleistung der Kühler sicherzustellen. Das Aquaduct 360XT ist zu einem Preis von gut 400€ ohne Kühler zu haben und damit wohl die teuerste externe Wasserkühlung überhaupt. Der Preis mag übertrieben wirken, rechnet man jedoch zusammen, was das Aquaduct alles für Möglichkeiten bietet, bietet der Preis keinerlei Anlass für Kritik, denn allein das Aquaero würde beim Einzelkauf mit ca. 100€ zu Buche schlagen, für den Radiator samt Lüfter und eine ähnlich leistungsfähige Pumpe fallen ebenfalls über 100€ an, ein Durchflussmesser sowie die Temperatursensoren würden weitere 50€ kosten etc. und somit relativiert sich der Preis recht schnell wieder.
So kann man zusammenfassen, dass das Aquaduct eine sehr leistungsfähige, innovative, durchdachte, einfach bedienbare und sehr gut verarbeitete, externe Wasserkühlung ist, die, mit Ausnahme der recht lauten Pumpe, wirklich alle Erwartungen erfüllen kann. Das Aquaduct erhält von uns dafür den "Top Product" Award und ist eine klare Empfehlung an alle, die eine externe Wasserkühlung haben wollen, die nicht nur kühlt, sondern auch weitere, extravagante Features mitbringt.

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Pro
+ Tadellose Verarbeitung
+ Sehr edles optisches Finish
+ Gute Kühlleistung
+ Sehr leise Lüfter
+ Enorm viele Einstell- und Kontrollmöglichkeiten
+ Sehr gute Software zur Bedienung
+ Tolle Bedienungsanleitung

Contra
- Pumpe bei Standardfrequenz recht schwach
- Pumpe deutlich hörbar
- Keine Kühler im Lieferumfang

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