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Autor Thema: Foxconn A690VM2MA-RS2H Mainboard  (Gelesen 4277 mal)

Christian Nitschmann

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Foxconn A690VM2MA-RS2H Mainboard
« am: 02. Dezember 2007, 16:15 »
Einleitung
Auch wenn die AM2-Plattform im PC-Segment eher geringeres Ansehen genießt und auch bald schon wieder vom abwärtskompatiblen AM2+-Standard abgelöst wird, hat sich der Hersteller Foxconn dennoch diesem kleinen Kundenkreis angenommen und zwei vollausgestattete Mainboards, basierend auf den AMD 690er-Chipsatz, ins Leben gerufen.
Mit dem kostengünstigen 690V und dem besser ausgestatteten 690G-Chipsatz erhält der Kunde je nach den eigenen Anforderungen eine preiswerte Lösung für den eigenen PC.
Um uns von den noch relativ neuen Chipsätzen ein Bild machen zu können, erhielten wir das Foxconn A690VM2MA-RS2H als Testmuster für ein nigelnagelneues System.


Vielen Dank an
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Foxconn A690VM2MA-RS2H
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Wie bereits erwähnt basiert das Foxconn A690VM2MA auf dem AMD 690V-Chipsatz, welcher im Gegensatz zum AMD 690G stark abgespeckt wurde, um Herstellungskosten zu sparen und somit für nicht anspruchsvolle Menschen eine preiswerte Basis für den Zusammenbau eines neuen PCs zu bieten.
Aus technischer Sicht fehlt dem 690V-Board einiges gegenüber dem 690G: Anstatt eines 7.1 Soundcodecs wurde auf den einfacheren 5.1 Onboardsoundchip ALC883 von Realtek gesetzt, Firewire entfällt sowohl intern als auch extern, auf DVI/HDMI wurde gänzlich verzichtet und die Onboard-Netzwerklösung bietet nur maximale 100Mbit/s (Realtek 8100C).
Darüber hinaus wird anstatt der ATi/AMD X1250-Onboard-Grafikkarte des 690G-Chipsatzes auf den etwas langsameren X1200-Grafikchip gebaut. Beide Grafiklösungen bieten volle DirectX9-Unterstützung mit Shader-Model 2.0 in Hardware und unterstützen somit die Aero-Oberfläche mit Winflip bei Windows Vista auch in hohen Desktopauflösungen. Wer nun glaubt, dass damit sogar das eine oder andere Spielchen möglich ist, wird sich täuschen. Aus leistungstechnischer Sicht reichen die Chipsätze rein nur für Office-Anwendungen und bieten nicht die nötige Grafikleistung und Bandbreite, um den Anforderungen von Spielen einigermaßen gerecht zu werden.

Features/Technische Daten:
  • AMD 690V-Chipsatz + SB 600-Southbridge
  • 2000 MT/s HyperTransport
  • Dual channel interface DDR2 800/667/533 x 4DIMMs, Max 8GB
  • 1 x PCIe x16, 1 x PCIe x1, 2 x PCI Steckplätze
  • 10x USB 2.0 (4x intern, 6x extern)
  • Serial ATAII x 4 w/RAID 0, 1, 0+1, JBOD & 1x IDE
  • Onboard X1200-Grafikkarte mit DirectX9-Unterstützung und Shader-Model 2.0 (1x VGA Out
  • 5.1 Kanal, Realtek ALC883(HDA) Onboard-Soundcodec
  • 10/100M LAN, Realtek 8100C Onboard-Netzwerk
  • Support CD Drivers, DirectX, Adobe Reader, Norton Internet Security
  • Micro ATX (9.6” x 9.6”)



Verpackung und Inhalt

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Der recht schlicht gehaltene Foxconn-Karton prangert grafisch weder mit wilden Amazonen, noch mit futuristischen Cyborgs, wie es häufig bei Grafikkarten- oder modernen Verpackungen von Mainboards der Fall ist. Die Rückseite des Kartons beschreibt sämtliche „Features“ des Mainboards in verschiedenen Sprachen.

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Im Karton geht es recht überschaubar zu. Ein SATA-Kabel, ein IDE-Kabel, ein Floppykabel, das I/O-Shield und einen SATA-Stromadapter gehören zusammen mit der Treiber-CD zum Lieferumfang. Das Handbuch liegt als PDF auf der CD bereit, was dem PC-Bauer reichlich wenig nützt. Für den versierteren Nutzer liegt lediglich ein kleiner Quickstart-Zettel bei, der den Einbau von CPU, Kühler und RAM abdeckt und bei der Frontportverkabelung hilft. Der PC-Neuling wird hier gänzlich ausgelassen und muss sich erstmal das PDF-Handbuch auf einem zweiten PC (sofern vorhanden) in Ruhe durchlesen, bevor er mit dem Einbau der Komponenten und der Verkabelung beginnen kann. Der günstige Preis des Mainboards fordert halt immer seinen Tribut.

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In Antistatikfolie eingewickelt kommt dann das Mainboard zum Vorschein. Mit dem Mini-ATX-Formfaktor fällt das Foxconn A690VM2MA-RS2H sehr kompakt aus. Die farbliche Gestaltung der Platine und der Steckkartenslots wirkt vertraut und stellt daher keinen Ausreißer dar, wie manch andere Boards mit rosa oder neonfarbenen Ports. Auf den ersten Blick fallen die kleinen Passivkühlkörper auf North- und Southbridge auf, die gerade bei HTPCs eine Bereicherung darstellen. Zusätzliche Lüfter sind bei der Zielgruppe dieses Mainboards eher unerwünscht, weshalb Foxconn mit dieser Wahl durchaus einen guten Weg eingeschlagen hat. Besonders belastbare und widerstandsfähige Kondensatoren wie bei dem Hersteller Gigabyte wurden hier nicht eingesetzt, was auch hinsichtlich des Verkaufspreises verständlich ist und nicht allzu eng gesehen werden sollte. Die Lage der ATX-Stromports wurde durchdacht platziert, so dass nicht unterwünschte Kabel halb über das Board gelegt werden müssen. Wie alle neuen Mainboards muss auch dieses mit nur einem IDE-Port auskommen. Dieser „Trend“ wurde Anfang diesen Jahres unerklärlicher Weise eingeführt und seitdem konstant durchgesetzt. Die IDE-Schnittstelle ist keineswegs veraltet und unter den Kunden noch immer stark erwünscht, im Gegensatz zum Floppy-Port oder den regulären seriellen Schnittstellen.
Mit nur zwei 4-poligen FAN-Headern (3pol + Steuerungssignal) für CPU- und Gehäuselüfter liegt Foxconn hier etwas unter dem Durchschnitt von drei FAN-Headern.
Stark enttäuscht sind wir vom fehlenden TV-OUT-Anschluss am Backplane, welcher leider nur über einen internen Konnektor zur Verfügung gestellt werden kann. Für den Einsatz des Mainboards in einem HTPC ist dieser Anschluss absolut unerlässlich, wenn schon keine HDMI-Schnittstelle durch die Grafikkarte bereitgestellt wird. Der Einsatz des Foxconn-Boards am TV entfällt somit im regulären Umfang völlig.

Mit einem PCI-Express 16x Port kann der Kunde selbst auf das leistungsstärkste Grafikgeschoss am Markt ohne Kompromisse setzen, um das volle Potential des Mainboards ausnutzen zu können. Je nach Kühlerdesign der dedizierten Grafikkarte können dann jedoch ein bis zwei PCI-Ports verdeckt werden. Da das Mainboard parallel zum PCI-Express-Port nur über zwei weitere PCI-Ports verfügt, würde damit natürlich die Nutzung von Erweiterungskarten gänzlich ausgelöscht werden, weshalb es sich empfiehlt, auf eine Grafikkarte mit Einslotkühlerdesign zu setzen, um sich die Möglichkeit offen zu halten, zusätzliche Karten wie z.B. eine hochqualitative Soundkarte oder TV-Karte einsetzen zu können.

Die interne Grafikkarte (IGP) verfügt über keinen eigenen Grafikspeicher, weshalb sie sich einen definierbaren Teil des Hauptspeichers (RAM) für den eigenen Gebrauch einräumt und somit die tatsächliche Arbeitsspeichermenge für die Nutzung des Systems entsprechend verringert.


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Mit dem hochkompatiblen und preiswerten Realtek 8100C-Netzwerkchip kommt Foxconn sowohl Windows als auch Linux-Nutzern entgegen, da er eine weite Verbreitung und hervorragenden Treibersupport genießt. Als direkte Konkurrenz hierzu steht meißt der Hersteller Marvell mit den Yukon-Netzwerkchips, welche zwar gute Leistungen bieten, jedoch mit der Treiberunterstützung absolut gar nicht punkten können und selbst unter Windows bei einigen Nutzern nicht wirklich fehlerfrei laufen. Auch wenn beim Netzwerkchipsatz Realtek sicherlich nur aus Preisaspekten gewählt wurde, können wir diese Entscheidung nur für alle Fraktionen begrüßen. Direkt neben der NIC liegt der 5.1 ALC883-Soundcodec aus gleichem Hause, welcher sicherlich nicht die beste Soundlösung darstellt, jedoch für den Heimkinoklang mit einfachen Ansprüchen ausreichen sollte.
Das Board setzt auf einen eigenen kleinen PC-Speaker, welcher fest mit dem Mainboard verlötet wurde. Der BIOS-Chip wiederum sitzt auf einem verlöteten Sockel und lässt sich bei einem fehlerhaften Flashvorgang problemlos austauschen.
Die drei grünen Steckports stellen die USB-Header dar, die für die Bereitstellung von insgesamt sechs externen USB-Ports sorgen.

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Um den CPU-Sockel herum ließ man hier glücklicherweise etwas mehr Platz für den Einsatz größerer oder gar passiver Kühlkonstruktionen frei.

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Der Einbau des Mainboards ging wie gewohnt einfach von statten. Dank der geringen Größe des Mainboards lässt sich dieses problemlos in die kleinsten HTPC-Gehäuse setzen, ohne Kompromisse eingehen zu müssen. „Unter“trumpft wird dieses nur noch durch ITX-Mainboards von VIA, die nochmals kleiner und stromsparender sind, damit jedoch auch leistungsschwächer agieren und weniger Erweiterungsmöglichkeiten bieten.


Stabilität und Lautstärke des PC-Systems

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Stabilitätstestläufe des Systems wurden mit folgenden Komponenten durchgeführt:
  • Foxconn A690VM2MA-RS2H mit Standard-BIOS-Einstellungen und DualChannel
  • AMD Athlon X2 3800+ EE SFF AM2
  • 1GB (2er Kit) MDT TwinPack (M512-800-16-2) im SPD-Modus
  • ATi Radeon X850XT-PE PCIex 16x + Aquagratix Wasserkühler
  • 320GB WESTERN DIGITAL WD3200AAKS Caviar SE16 SATA II
  • Seasonic S12-420W Netzteil
  • Thermaltake BigWater 760i Wasserkühlung
  • NZXT-Hush PC-Gehäuse mit Schalldämmung
  • Windows XP + Service Pack 2 + Treiber von CD


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Das System wurde während einer Urlaubszeit des Redakteurs von zwei Wochen im Dauerbetrieb (24/7) unter Last mit zwei BurnIn-Instanzen und einer ATi-Tool-Erwärmungsphase gesetzt. Während der gesamten Zeit gab es keinen einzigen Neustart/Ausfall oder Zusammenbruch des Systems.

Das Mainboard selbst gibt glücklicherweise selbst unter Last der USB-Ports keine Eigengeräusche von sich. Da sich Passivkühler sowohl auf North- als auch auf Southbridge befinden, ist das Mainboard vollständig geräuschlos und durchweg HTPC-tauglich.


Fazit
Mit dem A690VM2MA-RS2H geht Foxconn erfolgreich einen Schritt auf die preisbewusste Kundschaft zu. Mit integrierter, Vista-tauglicher X1200-Grafikkarte von ATi/AMD, dem stabilen und leistungsstarken AMD 690V-Chipsatz und Realtek Sound- und Netzwerkeinheit, erhält man für gerade einmal 40€ ein vollausgestattetes Mainboard, welches nicht nur über die PCIex 16X-Schnittstelle, für schnelle Grafikkarten, verfügt, sondern auch den Einsatz von vier Speicherriegeln und vier SATA-II-Festplatten ermöglicht. Für relativ wenig Geld kann man somit ein ideales Office oder HTPC-System aufbauen, welches vielfältig erweiterbar ist.
In drei Fällen wurde uns der geringe Preis jedoch auch sichtbar dargestellt: Der fehlende TV-Out-Anschluss welcher nur über einen internen Konnektor verfügbar ist, stellt zumindest für HTPC-Systeme einen kritischen Punkt dar, wodurch sich das Board für manche Kunden disqualifizieren könnte. Der fehlende Firewire-Port ist ebenfalls für Multimediafans ein K.O.-Kriterium, da die Leistungsfähigkeit dieses Anschlusses im praktischen Sinne noch immer über der USB 2.0-Leistung liegt und für manche digitalen Camcorder den Übertragungsstandard darstellt. Darüber hinaus waren wir über den zu geringen Lieferumfang und das fehlende Handbuch in Papierform eher weniger erfreut.
Alles in allem können wir jedoch frohen Gewissens sagen, das der versiertere Kunde mit dem Foxconn A690VM2MA durchaus ein abgerundetes Paket an Leistungsvielfalt erhält, welches preislich derzeit absolut konkurrenzlos dasteht.

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Pro
+ stabiler AMD 690V-Chipsatz
+ konkurrenzlos niedriger Preis
+ hochkompatible, integrierte Komponenten (Realtek 5.1 Soundkarte & Realtek NIC)
+ Einsatz von leistungsfähigen Grafikkarten problemlos möglich (PCI-Express 16x)
+ integrierte DirectX 9 ATi/AMD X1200-Grafikkarte (Shader-Model 2.0 und damit Aero-tauglich)
+ Einsatz von größeren CPU-Kühlern möglich
+ komplett geräuschloses Mini-ATX-Mainboard auch unter Last (passive Kühlkörper)

Contra
- fehlender TV-Out am Backplane
- kein Firewire
- spärlicher Lieferumfang
- kein Handbuch in Papierform

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